Deine Airline schickt einen Boarding Pass per Mail. Oder ein Bekannter teilt "sein Konzertticket". Der Anhang endet auf
.pkpass. Dein Handy zuckt mit den Schultern. Was jetzt?
Eine .pkpass-Datei ist Apples Wallet-Pass-Format — ein kleines Bündel, das ein digitales Ticket, einen Boarding Pass, eine Geschenk- oder Stempelkarte enthält. iPhones öffnen sie nativ mit einem Tipper in Apple Wallet. Android braucht eine Reader-App wie PassWallet oder WalletPasses oder einen Konverter zu Google Wallet.
Hier der praktische Guide: was wirklich in so einer Datei steckt, wie du sie auf beiden Plattformen öffnest, ob sie sicher ist — und wie du selbst eine erstellst, ohne Code zu schreiben.
Was steckt in einer .pkpass-Datei?
Eine .pkpass-Datei ist ein ZIP-Bündel. Würdest du sie zu .zip umbenennen und entpacken (mach es nicht — kein Grund), fändest du:
- pass.json — die Metadaten: Titel, Organisation, Felder ("Mitgliedsname", "Gültig bis"), Barcode-Typ und Inhalt, Farben
- Icon-, Logo-, Strip-, Thumbnail-Bilder — die visuellen Elemente, die deine Wallet anzeigt
- manifest.json — eine Liste jeder Datei im Bündel mit ihrem Hash
- signature — eine kryptografische Signatur, die das Bündel an den Aussteller bindet
Das Format gibt es seit 2012, als Apple Passbook (später umbenannt zu Apple Wallet) als Teil von iOS 6 ausgeliefert hat. Die Spec hat sich seitdem kaum geändert — selten in der Tech-Welt, und einer der Gründe, warum .pkpass-Dateien aus dem letzten Jahrzehnt heute noch geöffnet werden.
.pkpass-Datei auf iPhone öffnen
Der einfache Fall.
- Tippe auf den
.pkpass-Anhang in Mail oder Nachricht. - Apple Wallet öffnet sich automatisch und zeigt eine Vorschau ("Zu Apple Wallet hinzufügen").
- Oben rechts auf Hinzufügen tippen.
Der Pass landet in Apple Wallet, bereit für Gate, Scanner oder Kassen-Stempel. Hat er ein Datum oder einen Standort, taucht er zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf deinem Sperrbildschirm auf.
Sonderfall: Manchmal bekommst du eine .pkpasses-Datei (Plural) — ein Bündel mit mehreren Pässen auf einmal. Apple Wallet handhabt das auch, mit einer Mehrfach-Hinzufügen-Vorschau.
.pkpass-Datei auf Android öffnen
Hier wird es weniger elegant. Google Wallet öffnet .pkpass-Dateien nicht nativ. Drei Workarounds:
Option 1 — eine .pkpass-Reader-App installieren
Kostenlose Apps wie PassWallet oder WalletPasses öffnen .pkpass-Dateien direkt. Beide gibt es im Google Play Store. Nach der Installation tippst du auf den .pkpass-Anhang und wählst den Reader als Öffnen-mit-Ziel. Der Pass erscheint in der Reader-App und bleibt dort bis zum Ablauf.
Option 2 — nach einem "Save to Google Wallet"-Link suchen
Viele Aussteller schicken sowohl einen Apple-Wallet-.pkpass als auch einen Google-Wallet-"Save to Google Wallet"-Link in derselben Mail. Schau nach, bevor du auf den Reader zurückgreifst — der integriert sich besser mit dem Sperrbildschirm.
Option 3 — Konvertieren (mit Vorsicht)
Einige Online-Konverter behaupten, .pkpass-Dateien in Google-Wallet-Pässe umzuwandeln. Die Qualität schwankt, und signierte Boarding Passes scheitern oft am Gate-Scanner nach der Konvertierung, weil die Signatur an den ursprünglichen Aussteller gebunden ist. Für niedrigschwellige Pässe (Stempelkarten) okay, für Reisedokumente besser den Aussteller um eine Google-Wallet-Variante bitten.
Für einen Android-spezifischen Walkthrough inklusive Samsung Wallet siehe unseren kompletten Android-Wallet-Pass-Guide.
Sind .pkpass-Dateien sicher?
Kurze Antwort: im Allgemeinen ja, mit ein paar Caveats.
Ein .pkpass ist eine Datendatei, kein Programm. Sie kann auf deinem Handy keinen Code ausführen. Das Format ist vom Aussteller signiert, ein gültiger Pass ist also kryptografisch an seine Herkunft gebunden. Aus "kann das mein Handy infizieren?"-Sicht: nein.
Aber: Die Mail oder Nachricht, die einen .pkpass ausliefert, kann immer noch ein Phishing-Versuch sein. Der Pass selbst ist harmlos, aber ein böswilliger Absender kann ihn als Köder nutzen, um eine gefälschte Mail seriöser wirken zu lassen ("dein Boarding Pass im Anhang — hier zur Bestätigung klicken" → Phishing-Site).
Praktische Regeln:
- Öffne
.pkpass-Dateien von Absendern, die du kennst (deine Airline, dein Event-Anbieter). - Prüfe, ob die Absender-Adresse wirklich zur Aussteller-Domain passt — nicht zu einer Doppelgänger-Domain.
- Ein echter
.pkpassvon einer echten Airline ist okay. Ein.pkpassvon "ihre-bank-sicherheit@gmail.com" nicht. - Selbst wenn der Pass harmlos ist: nie auf Links in der Mail klicken, die du nicht kennst.
.pkpass konvertieren — zu PDF, zu Google Wallet, zu Bild
Drei häufige Fälle:
.pkpass zu PDF
Nützlich, wenn ein Event-Veranstalter ein "druckbares PDF des Tickets" verlangt, du aber nur den Wallet Pass hast. Zwei Wege:
- Screenshot des geöffneten Passes auf dem Handy — schnellster Weg, verliert die Live-Helligkeitsanhebung des Barcodes (die meisten Scanner tolerieren das).
- Eine
.pkpass-zu-PDF-Konverter-Site nutzen — lädt deinen Pass hoch, gibt ein PDF zurück. Schneller als Screenshotten, wenn du viele Pässe hast — aber: die Datei verlässt dein Gerät, also vorher Datenschutzerklärung des Konverters prüfen.
Für die meisten Fälle reicht der Screenshot.
.pkpass zu Google Wallet
Hängt vom Aussteller ab. Wenn der ursprüngliche Aussteller eine Google-Wallet-Version anbietet, nimm die — sauberster Weg. Wenn nicht, können Drittanbieter-Konverter manchmal ein Google-Wallet-Objekt erzeugen, die Zuverlässigkeit ist bei signierten Pässen aber durchwachsen.
.pkpass zu Bild
Pass in Apple Wallet (oder Android-Reader) öffnen, Screenshot, zuschneiden. Mehr ist für die meisten Fälle ehrlich nicht nötig.
.pkpass selbst erstellen
Bisher ging es ums Empfangen und Öffnen. Die andere Hälfte ist, selbst einen zu erzeugen — für die eigene Mitgliedskarte, ein Eventticket oder eine Stempelkarte.
Der harte Weg: Apples offizieller Weg verlangt einen Apple-Developer-Account, ein Signing-Zertifikat (P12-Datei) und Code, der eine pass.json baut, Bilder einbindet, ein Manifest erzeugt, signiert und ein ZIP packt. Machbar für Entwickler, Overkill für fast alle anderen.
Der einfache Weg: browser-basierte Creators wie OtterWallet übernehmen die ganze Signier- und Pack-Pipeline für dich. Du lädst einen Barcode oder QR hoch (oder fügst den Text ein, den der Code kodieren soll), wählst Farben und Feldbezeichnungen und lädst eine fertige .pkpass-Datei herunter. Preise Stand April 2026: €0,99 für einen Einzel-Pass, €1,99 für ein 10er-Bundle — kein Konto, kein Code.
Für einen Vergleich aller großen Wallet Creators siehe unseren Wallet Creator Guide.
Erstelle deinen ersten .pkpass — zu OtterWallet →
FAQ
Wie öffne ich eine .pkpass-Datei?
Auf iPhone: Datei antippen, Apple Wallet öffnet sie. Auf Android: eine Reader-App installieren (PassWallet oder WalletPasses) oder nach einer "Save to Google Wallet"-Alternative des Ausstellers suchen.
Sind .pkpass-Dateien sicher?
Ja — es sind Datendateien, keine Programme. Das Risiko ist der Absender, nicht das Format. Pässe von bekannten Ausstellern öffnen, unerwartete .pkpass-Anhänge mit derselben Skepsis behandeln wie jeden anderen unerwarteten Anhang.
Wie konvertiere ich .pkpass zu PDF?
Am einfachsten: Pass auf dem Handy öffnen, Screenshot machen. Für viele Pässe auf einmal funktionieren Online-.pkpass-zu-PDF-Konverter, du musst aber den Pass an einen Drittanbieter hochladen.
Welche Apps brauche ich für .pkpass?
iPhone: Apple Wallet ist eingebaut. Android: PassWallet oder WalletPasses aus dem Play Store installieren (beide kostenlos).
Was ist der Unterschied zwischen .pkpass und Google Wallet?
.pkpass ist Apples Pass-Dateiformat (ein ZIP-Bündel). Google Wallet nutzt ein JWT-basiertes Pass-Objekt — anderes Format, andere Auslieferung. Manche Aussteller bieten beides, manche nur eines. Konverter existieren, sind bei signierten Pässen aber unzuverlässig.
Kann ich einen .pkpass nach Erhalt bearbeiten?
Nein. Die Signatur würde nicht mehr passen. Wenn du anderen Inhalt brauchst: Aussteller um Neuausstellung bitten oder selbst einen frischen Pass mit einem Wallet Creator erzeugen.
Kurz-Rekap
- Eine
.pkpass-Datei ist ein Apple-Wallet-Pass — Boarding Pass, Ticket, Kundenkarte. - iPhone öffnet sie nativ. Android braucht PassWallet oder WalletPasses.
- Generell sicher — das Risiko ist der Absender, nicht das Format.
- Zum Konvertieren in PDF reicht meist ein Screenshot.
- Für eigene Pässe ersparen browser-basierte Tools wie OtterWallet die Apple-Developer-Hürden.
Das ist das Gesamtbild. Dein Wallet, dein Pass — ohne Mysterium.
Erstelle deinen ersten .pkpass →